Umzugstipps, die wirklich etwas bringen
Nicht die zwanzig üblichen Ratschläge, sondern die acht Punkte, bei denen wir am häufigsten sehen, dass sie einen Umzugstag entweder retten oder unnötig verlängern.
Aussortieren spart mehr als jeder Rabatt
Jeder Kubikmeter, der nicht mitkommt, kostet auch nichts. Wer vier Wochen vorher konsequent aussortiert, senkt das Volumen erfahrungsgemäß um zehn bis zwanzig Prozent. Das ist mehr, als sich über Preisverhandlungen herausholen lässt.
Beschriften Sie zweimal
Auf den Deckel und auf eine Seitenfläche, jeweils mit Zielzimmer und grobem Inhalt. Kartons stehen am Ende gestapelt, und niemand hebt zehn Kisten an, um die Beschriftung oben zu lesen.
Die Kiste für den ersten Abend
Bettzeug, Handtücher, Duschzeug, Ladegeräte, Kaffee, Werkzeug, Toilettenpapier und Medikamente kommen in eine Kiste, die Sie selbst im Auto mitnehmen. Ohne sie sucht man abends in dreißig Kartons.
Schrauben ans Möbel binden
Beschläge, Schrauben und Dübel jedes Möbelstücks kommen in einen Beutel, der am Möbel selbst befestigt wird. So fehlt beim Aufbau nichts, und niemand sucht in einer Sammelkiste nach der richtigen Größe.
Fotografieren Sie die Rückseite
Bevor Fernseher, Router und Anlage abgebaut werden, ein Foto der Verkabelung machen. Das spart am Zielort die halbe Stunde Rätselraten, welches Kabel wohin gehört.
Zählerstände dokumentieren
Strom, Gas und Wasser an beiden Adressen ablesen und fotografieren, mit Datum. Das ist der häufigste Streitpunkt bei Nebenkostenabrechnungen und mit zwei Fotos erledigt.
Aufzug reservieren
Viele Hausverwaltungen verlangen eine Anmeldung für den Lastenaufzug, teils mit einer Woche Vorlauf. Wer das vergisst, steht am Umzugstag vor einem gesperrten Aufzug.
Nicht am Monatsletzten
Der letzte Werktag des Monats ist der teuerste und vollste Umzugstag im Jahr. Wer zwei Tage früher zieht, hat freie Auswahl bei Terminen und eine zügiger bearbeitete Halteverbotszone.
Packstrategie: rückwärts durch die Wohnung
Gepackt wird in der Reihenfolge, in der Sie die Dinge am wenigsten vermissen. Zuerst Keller, Dachboden und Abstellraum, dann Bücher, Deko und Saisonkleidung, danach Geschirr, das Sie nicht täglich brauchen, zuletzt Küche und Bad. Wer umgekehrt anfängt, packt dreimal aus, weil ständig etwas fehlt.
Zweite Regel: Ein Karton gehört immer zu genau einem Zimmer. Mischkartons sparen beim Packen zehn Minuten und kosten beim Auspacken eine Stunde, weil sie in kein Zimmer passen und überall halb ausgeräumt herumstehen. Legen Sie stattdessen je Zimmer einen Karton fest, der zuerst geöffnet wird, und schreiben Sie das drauf. Darin liegt, was den Raum benutzbar macht: Bettwäsche im Schlafzimmer, Kaffeemaschine und zwei Teller in der Küche, Duschvorhang im Bad.
Dritte Regel: Beschriften Sie mit dem Zielzimmer, nicht mit dem Herkunftszimmer. Am Umzugstag stellt das Team ab, was auf dem Karton steht. Wenn dort Arbeitszimmer steht, es am neuen Ort aber keines gibt, landet der Stapel im Flur. Ein Zettel an jeder Tür der neuen Wohnung mit demselben Zimmernamen macht die Einweisung überflüssig und spart bei einer Dreizimmerwohnung leicht eine halbe Stunde.
Kartonlogik: Gewicht entscheidet, nicht Volumen
Ein Standardumzugskarton ist so bemessen, dass er voll mit Büchern etwa 25 Kilo wiegt. Das trägt niemand vier Stockwerke, und der Boden hält es oft nicht. Packen Sie schwere Dinge nur bis zur halben Höhe und füllen Sie oben mit Leichtem auf, dann liegt der Karton bei tragbaren 15 bis 20 Kilo. Hohlräume werden ausgestopft, sonst rutscht der Inhalt beim Tragen und der Karton verliert die Form.
Ein Karton muss sich flach schließen lassen. Alles, was oben herausschaut, verhindert das Stapeln, und gestapelt wird immer: im Fahrzeug, im Treppenhaus, in der neuen Wohnung. Bei schweren Kartons den Boden zusätzlich quer abkleben. Kleidung auf Bügeln kommt in eine Kleiderbox für 14 €, dann muss nichts gefaltet und am Zielort nichts gebügelt werden.
Kaufen oder mieten ist eine reine Rechenfrage: Ein Karton kostet 2,40 € im Kauf und 1 € je Woche in der Miete. Wer die Kartons länger als zwei Wochen braucht, etwa weil er nach dem Einzug renoviert, fährt mit dem Kauf günstiger. Für den klassischen Umzug mit Packen am Wochenende davor und Auspacken in der Woche danach ist die Miete billiger und Sie werden die Kartons hinterher wieder los. Alle Materialpreise stehen unter Umzugsmaterial.
Möbeldemontage: was sich lohnt und was nicht
Zerlegt wird, was nicht durch Tür und Treppenhaus passt oder was den Transport im aufgebauten Zustand nicht überstehen würde: Schrankwände, Hochbetten, Doppelbetten mit Lattenrost, große Esstische, Eckcouchen. Nicht zerlegt werden Kommoden, Nachttische und alles, was verleimt ist. Bei geleimten Möbeln richtet ein Demontageversuch mehr Schaden an als jeder Transport.
Ehrlich bleiben sollte man bei alten Pressspanmöbeln. Deren Verbindungen halten das Aus- und Wiedereindrehen nur begrenzt oft aus, weil die Dübellöcher ausreißen. Wenn ein Schrank schon zweimal umgezogen ist, überlegen Sie, ob er den dritten Umzug wert ist. Neue Dübel und etwas Holzleim helfen, aber sie machen aus einem müden Schrank kein neues Möbel.
Praktisch: Schubladen bleiben gefüllt, wenn sie sich mit Folie sichern lassen, das spart Kartons. Glasböden und Spiegel kommen nie in einen Karton mit anderem Inhalt, sondern hochkant und einzeln gepolstert. Türen von Schränken werden abgenommen, nicht zugeklebt, weil Klebeband auf Lack Spuren hinterlässt. Bei uns sind Demontage und Montage der Standardmöbel im Stundensatz enthalten, die Details dazu stehen unter Preise.
Kinder und Haustiere am Umzugstag
Die Wohnung ist an diesem Tag eine Baustelle: offene Türen, schwere Lasten im Treppenhaus, Werkzeug in Reichweite. Für kleine Kinder ist die beste Lösung eine Betreuung außer Haus, mindestens für die Ladephase. Wenn das nicht geht, richten wir am Zielort zuerst ein Zimmer ein, in dem sie bleiben können. Für ältere Kinder hilft ein eigener, selbst gepackter und selbst beschrifteter Karton, der als Erstes ausgeladen wird.
Katzen gehören in einen geschlossenen Raum mit Wasser, Katzenklo und einem Zettel an der Tür, damit niemand versehentlich öffnet. Sie kommen als Letztes aus der alten und als Erstes in die neue Wohnung, dort ebenfalls in ein bereits eingerichtetes Zimmer. Freigänger bleiben nach dem Umzug mehrere Tage drinnen, sonst laufen sie zur alten Adresse zurück. Denken Sie daran, die Adresse im Haustierregister und beim Tierarzt zu ändern, ein Chip nützt nur mit aktuellen Daten. Hunde sind am entspanntesten, wenn sie den Tag bei jemandem verbringen, den sie kennen, und vorher eine lange Runde hatten. Aquarien sind ein eigenes Thema: Sie werden nie gefüllt transportiert und brauchen Vorlauf von mehreren Tagen.
Zählerstände und Übergabeprotokoll
Notiert werden nicht nur die Stände, sondern auch die Zählernummern, und zwar für Strom, Gas, Kalt- und Warmwasser. Ein Foto, auf dem Nummer und Stand gemeinsam zu sehen sind, ist der beste Beleg. Machen Sie es an beiden Adressen am selben Tag, dann lässt sich später jede Abrechnung auf den Tag genau prüfen. Die Heizkostenverteiler werden meist von einem Messdienst abgelesen, der Termin läuft über die Hausverwaltung und sollte vor dem Auszug feststehen.
Beim Übergabeprotokoll gilt: Unterschreiben Sie nichts, das Sie nicht gelesen haben, und tragen Sie Mängel konkret ein statt pauschal. Kratzer im Parkett vor dem Fenster im Wohnzimmer ist nachprüfbar, Wohnung in gutem Zustand ist es nicht. Ins Protokoll gehören außerdem die Zählerstände, die Anzahl aller übergebenen Schlüssel und das Datum. Beide Seiten unterschreiben, und Sie behalten eine Ausfertigung.
Zum Streitpunkt Renovierung: Ob Sie streichen müssen, hängt vom Vertrag und vom Zustand ab, und Klauseln mit starren Fristen sind nach der Rechtsprechung häufig unwirksam. Wenn eine hohe Forderung im Raum steht, lassen Sie den Vertrag vor dem Auszug prüfen, etwa vom Mieterverein, statt am Übergabetag spontan zuzustimmen. Was bis zur Übergabe raus muss und wann, steht in unserer Umzugscheckliste.
Und was Sie sich sparen können
Zeitungspapier als Polstermaterial färbt ab, besonders auf hellem Geschirr und Textilien. Nehmen Sie Packpapier oder Handtücher, die ohnehin mit sollen. Müllsäcke für Kleidung sind eine schlechte Idee, weil sie reißen und sich nicht stapeln lassen. Und der Versuch, den Kleiderschrank samt Inhalt zu transportieren, endet regelmäßig mit einem Schaden am Möbel.
Ebenfalls unnötig: alles bis zum letzten Karton selbst zu machen, wenn Zeit knapp ist. Wir übernehmen einzelne Bausteine, siehe Umzugsservice. Wer nur Muskelkraft braucht, bucht Umzugshelfer nach Stunden.
Häufige Fragen zur Vorbereitung
Wie lange vorher sollte ich mit dem Packen anfangen?
Zwei bis drei Wochen vorher mit Keller, Vorratsräumen und Dingen, die selten gebraucht werden. Die letzten Kartons packt man ohnehin am Vorabend. Wer erst drei Tage vorher beginnt, packt unter Zeitdruck und dann meist schlecht.
Soll ich Möbel selbst abbauen?
Nur wenn Sie wissen, wie sie wieder zusammengehen. Bei uns ist die Demontage im Preis enthalten, und wir bauen dasselbe Möbel am Zielort wieder auf. Halbfertig abgebaute Schränke mit verstreuten Beschlägen kosten am Umzugstag mehr Zeit, als sie sparen.
Was mache ich mit Pflanzen?
Kleine Pflanzen in offene Kartons stellen und selbst transportieren. Große Kübel nehmen wir mit, sie sollten vorher nicht gegossen werden, das spart Gewicht und verhindert Schmutz im Fahrzeug.
Lohnt es sich, Freunde statt einer Firma zu fragen?
Bei einem WG-Zimmer ja. Ab zwei Zimmern selten: Sie brauchen einen Mietwagen, mindestens drei zuverlässige Helfer, einen freien Samstag und tragen selbst die Verantwortung für Schäden. Rechnen Sie beides ehrlich durch, bevor Sie entscheiden.
Wie viele Umzugskartons brauche ich?
Als grober Anhaltspunkt ein Karton je Quadratmeter Wohnfläche, bei vielen Büchern eher anderthalb. Für eine Zweizimmerwohnung mit 60 Quadratmetern sind das 60 bis 80 Kartons. Rechnen Sie lieber zehn zu viel ein: Kartons, die Sie nicht brauchen, geben Sie zurück, fehlende besorgt am Packabend niemand mehr.
Kann ich am selben Tag ausziehen und einziehen?
Ja, das ist der Normalfall. Eng wird es nur, wenn die Übergabe der alten Wohnung auf denselben Vormittag gelegt wird, an dem noch geladen wird. Legen Sie die Übergabe auf den Nachmittag oder den Folgetag, dann können Sie in Ruhe kehren und der Vermieter sieht eine leere Wohnung statt eines halben Umzugs.
Wie viel kostet Ihr Umzug?
Schildern Sie uns kurz Wohnung, Stockwerk und Wunschtermin. Sie bekommen einen verbindlichen Festpreis, meist noch am selben Werktag.